Aikido ist eine rein defensive japanische Kampfkunst. Philosophie und Techniken des Aikido basieren auf der Einsicht, dass direkte Konfrontation und Wettkampf meist zu Gunsten des physisch Stärkeren ausgehen. Aikido eignet sich nicht für "Schläger" und auch nicht für Leute, die sich ganz schnell ein paar "Tricks" zur Selbstverteidigung aneignen wollen. Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe.

Was bringt Aikido?

Das regelmässige Aikido-Training erhält die Übenden fit, effizient und jung, stärkt das Selbstvertrauen und macht Körper und Geist flexibler.
Aikido lehrt uns, uns nicht von Problemen und Agressionen in Kampf und Konfrontation überrennen zu lassen, sondern die Möglichkeiten der Situation geschickt zu unserem Vorteil zu nutzen - ohne Muskelkraft.
Schlussendlich ist Aikido aber auch eine sehr effiziente Verteidigungskunst. Wer Aikido lange genug übt, wird damit in der Lage sein, sich in schwierigen Situationen zu behaupten.
Aikido ist aber keinesfalls eine Methode, um rasch ein paar Tricks zu ergattern, um sich damit herumprügeln zu können.
Die Tatsache, dass man im Aikido mit Herz und Köpfchen anstatt mit Muskeln und Kampf auf die gegebene Situation antwortet, macht diese Kampfkunst in ganz besonderem Mass geeignet auch für Menschen, denen keine grossen Körperkräfte zur Verfügung stehen. Frauen, ältere Leute und selbst Kinder sind in der Lage, sich gegen Angreifer, die viel grösser und schwerer sind, durchzusetzen.

 

Dr. Friedrich Kemler, 4. Dan, Aikikai Wien:
Dr. Fritz Kemler"Als ich in während meines Studiums mit Aikido in Berührung kam, wollte ich einige elegante Tricks zu meinem Repertoire an Selbstverteidigungstechniken hinzufügen. Rasch realisierte ich, daß im Aikido wesentlich mehr steckt. Mit steigendem Enthusiasmus verbrachte ich immer mehr Zeit mit Training. Die Lebensumstände änderten sich, aber Aikido ist durch einige Höhen und Tiefen hindurch immer der konstante Faktor geblieben. Über die Jahre habe ich durch Aikido gute Freunde gefunden und schöpfe sehr viel Kraft und Freude aus dem eigenen Training und aus der Arbeit im Verein." Homepage

 

Wer kann Aikido üben?

Alle gesunden und normal beweglichen Menschen können Aikido üben. Beim Aikido geht es um Haltung, Koordination und richtige Stellung dem Partner gegenüber. Man lernt, auf Gewalt nicht mit Gegenaggression zu reagieren, sondern den Partner zu kontrollieren, ohne ihm Schaden zuzufügen. Aikido schult auch die innere Haltung.
Geschlecht: Aikido wird meist gemischt trainiert. Es eignet sich sowohl für Frauen als auch für Männer. Da es im Aikido darauf ankommt, möglichst wenig physische Kraft einzusetzen, sind Frauen den Männern sogar mindestens ebenbürtig.
Alter: Aikido kann man von der Jugend bis ins hohe Alter trainieren. Bedingung ist, dass die Trainierenden die Umstände (Beweglichkeit, Begabung, Lernfähigkeit, Alter) akzeptieren.

Spezielle Trainingsangebote

Obwohl sich Aikido für alle gleichermassen eignet und üblicherweise in gemischten Gruppen (Alter, Geschlecht) trainiert wird, bieten manche Dojos auch spezielle Trainings für Kinder, Frauen, Senioren, Jugendliche usw. an. Nicht selten wird Aikido auch für Behinderte angeboten oder als Therapie mit verschiedenen Zielen.

Wie kann man ins Aikido einsteigen?

Wenn wir etwas Neues anfangen, fragen wir, "Wann fängt der nächste Kurs an?" Wir hoffen auf einen Kurs, der einen klaren Anfang und vor allem auch ein Ende hat. Aikido Training ist da anders.
Aikido ist wie ein Fluss ohne Anfang und Ende. Es gibt viele Trainingsmöglichkeiten, die man individuell nutzten kann. So wie die Welt nicht stillsteht, wenn ein neuer Mensch geboren wird, steht auch in einem Dojo (Schule, Trainingsraum) das Training nicht still, wenn ein Neuer die Matte betritt. Man wird sich freundlich um den Anfänger kümmern und bald hat sie oder er sich zwangslos in den Trainingsbetriebs integriert.
Natürlich gibt es auch spezielle Kurse: Manche Dojos bieten "Anfänger-" oder "Einführungskurse" an, die ein paar Wochen dauern, wonach man zum regulären Training eingeladen ist. Andere scheiden bestimmte Stunden im Trainingsplan für Anfänger aus. Das ist Teil der jeweiligen Dojo-Kultur. In den meisten Dojos kann man unverbindlich ein, zwei Probetrainings besuchen.

Es kann sich lohnen, zuerst verschiedene Dojos zu besuchen und sich erst dann, basierend auf den Eindrücken und Gefühlen sowie der geografischen Lage und Erreichbarkeit für einen Trainingsort zu entscheiden. Den Schritt, zum ersten Mal ein Dojo zu betreten, muss jede Person selbst tun.
Merke: Auch die längste Reise beginnt mit einem kleinen Schritt!

Zugang zu zahlreichen Aikido-Dojos finden Sie, wenn Sie hier klicken.

Aikido-Lehrgänge (Stages) sind, neben Schnupperlektionen, für Interessenten eine gute Gelegenheit, als ZuschauerIn einen ersten Eindruck vom Aikido zu gewinnen. Hier einige Termine:

 

Aikido-Kalender Lehrgänge hier klicken

Adressen: Wo und bei wem kann man Aikido trainieren

Dojos (Schule, Trainingsraum), in denen Aikido geübt wird, gibt es überall; manche davon finden Sie natürlich nicht im Internet.
Nutzen Sie die von den meisten Dojos angebotenen Gratis-Trainings zum Schnuppern. So können Sie heraus finden, ob Ihnen die Schule, das Aikido, der Lehrer, die Leute, der Ort usw. zusagen.

Beim Suchen nach Aikido-Schulen in Ihrer Gegend müssen Sie beachten, dass solche Schulen oft auch als Abteilung bzw. unter der Adresse eines Judo-Clubs, einer Budo-Schule oder eines Turnvereins zu finden sind.
Eine hilfreiche Check-Liste für die Suche nach der richtigen Aikido-Schule finden Sie hier.